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Anne-Sophie Mutter
Die Schönheit des Violinklanges
"Das Instrument ist unsere Stimme, unser ganz intimer Partner.
Es ist Teil der Persönlichkeit."
Mit dieser Aussage offenbart Anne-Sophie Mutter den vielleicht entscheidendsten Teil ihres musikalischen Wesens:
die Verknüpfung zwischen instrumentalem Spiel und beseeltem musikalischem Gestalten.
Dieser Verknüpfung nachzuspüren und sie auf ihre Interpretationen zu beziehen,
ist das Anliegen des vorliegenden Buches. Es geht also weder um eine Biographie noch um die chronologische
und systematische Deutung ihrer Einspielungen im Stil eines Konzertführers, sondern um eine Art Hommage,
die den ästhetischen Aspekt ihres Spiels mit allen seinen Schattierungen aufzeigt
und ihn zur grundlegenden Idee des Ganzen werden läßt. Dieser ästhetische Leitfaden
bezieht sich auf Anne-Sophie Mutters vielseitiges Repertoire, auf die Komplexität und Sensibilität ihres Spiels:
Er ist gleichsam das Thema, um das sich die Variationen ranken.
Hierdurch kann sich der Leser einerseits den stilistischen Werdegang der Künstlerin,
andererseits die wandlungsfähige Art ihres Spiels verdeutlichen.
Darüber hinaus ist ihm die Möglichkeit gegeben, einzelne Interpretationen Anne-Sophie Mutters,
beispielsweise eine Beethoven-Sonate oder ein zeitgenössisches Violinkonzert,
aus dem Zusammenhang ihres übergreifenden Kontextes zu nehmen und ihrem musikalischen Verlauf nachzuspüren.
Der Umfang von Anne-Sophie Mutters Repertoire forderte gleichsam dazu auf,
Begrenzungen vorzunehmen. So entschied ich mich, die während der letzten Jahre
entstandenen Interpretationen (1993 bis heute) in den Mittelpunkt zu stellen,
jene Interpretationen also, die - insofern dies von einer so jungen Musikerin ausgesagt werden kann
- Anne-Sophie Mutters "ausgereiften Musizierstil" dokumentieren.
In verschiedenen Zusammenhängen hat die Künstlerin betont, daß sie jenseits der Musik nichts nach außen dringen lassen möchte:
"Ich bin nicht dazu da, Ihnen zu sagen, welche Lebenskrisen ich vor mir oder hinter mir habe.
Das ist völlig irrelevant. Ich bin Musikerin. Ich bin dazu da, Musik wiederzubeleben. Als Privatperson existiere ich nicht."
Ich halte es für entscheidend, auf ein zwanghaftes Eindringen in ihre Vita zu verzichten
und Anne-Sophie Mutters Maxime vom unantastbaren Privatleben Respekt zu zollen.
Im Mittelpunkt des Buches stehen ihre Interpretationen, die Ästhetik ihres Violinspiels.
Verlag Florian Noetzel, 2001
ISBN-10: 3-7959-0795-0
ISBN-13: 978-3795907952 |